8. August 2017

[Filmkritik] Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie


Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie |
USA | 2017 | Drama | 98 Minuten

***

[INHALT]
Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ...
(Klappentext vom Buch)


[MEINE MEINUNG]
Vor einigen Tagen habe ich euch ja bereits meine Rezension zum Buch vorgestellt und erwähnt, dass ich auch den Film gesehen habe. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich sehr aufgeregt, wie es Buch umgesetzt wurde, denn auch wenn mich einiges gestört hat, war ich doch insgesamt positiv gegenüber dem Buch gestimmt. Gerade das Ende hat mich da ungemein interessiert und ob es exakt so wie im Buch umgesetzt wurde. Doch beginnen wir am Anfang...

Die schauspielerische Besetzung war für mich sehr gut getroffen, gerade was die Mädels-Clique rund um Samantha Kingston angeht. Samantha wird dabei von Zoey Deutch gespielt, die mir zwar unbekannt war, einige von euch aber bereits von der Verfilmung zu Vampire Academy kennen könnten. Ich hatte beim Lesen zwar keine genaue Vorstellung von Samantha, aber als ich sie dargestellt von Zoey sah, kam mir das wirklich sehr perfekt vor. Sie konnte eine perfekte Zicke darstellen, ein trauriges Mädchen, eine alberne Freundin und war einfach dieses beliebte Mädchen von Nebenan. Doch wie bereits erwähnt, war die gesamte Freundesgruppe rund um Samantha gut gewählt. Da waren noch ihre beste Freundin Lindsay gespielt von Halston Sage und die beiden anderen Freundinnen Elody und Allis, für welche Medalion Rahimi und Cynthy Wu vor der Kamera standen. Sie alle waren junge, neue Gesichter, was für mich sehr erfrischend war, da ich sie mit keiner anderen Rolle verglichen habe. Was mir jedoch am meisten gefallen hat, war wie sie den Zusammenhalt der Mädchen dargestellt haben. Auch wenn sie an sich unsympathische Mädchen waren, habe ich sie doch um ihre Freundschaft beneidet und wäre gerne Teil ihrer Gruppe gewesen.

Wen ich nicht treffend besetzt fand, war dagegen Juliet Sykes, das Mädchen, das immer und immer und immer wieder von Samantha und ihren Freundinnen gemobbt wurde. Im Buch wurde sie fast grazil und zerbrechlich dargestellt, hier im Film wirkte sie aber plump und verrückt und gerade das kindliche Gesicht von Elena Kampouris hat nicht so recht reingepasst. Ebenso erging es mir bei Kent McFuller, dargestellt von Logan Miller. Im Buch erschien er mir reifer, im Film dagegen wie ein Trottel. Da er im Buch eine so wichtige Rolle hat, fand ich das wirklich sehr schade. Dennoch habe ich ihn und Juliet nach einer Weile auch hier gemocht und wurde warm mit ihnen.

So habe ich die Geschichte ein weiteres Mal verfolgt und war trotz vieler geschnittener Szenen zufrieden mit der Umsetzung. Die Szenen, die nicht umgesetzt wurden, waren für die Geschichte nicht so wichtig, auch wenn ich es im Buch geliebt habe, wie Samantha jeden Tag eine Kleinigkeit änderte, um dann zu sehen, was für Auswirkungen das hier und da hatte, begonnen beim morgendlichen Parkplatz. Aber auch hier war Samanthas Misere klar erkenntlich. Tag für Tag wacht sie auf, durchlebt den Tag ein weiteres Mal und egal, was sie tut, der Tag startet von Neuem. Also wird sie traurig, wütend, verzweifelt, sie pöbelt rum, sie genießt den Tag in vollen Zügen und immer wieder versucht sie den Lauf zu ändern. Ich hatte ja gehofft, dass das Ende hier anders ist... Ich verrate euch nicht, ob dem so ist oder nicht, denn ich möchte niemanden spoilern. Aber so viel sei gesagt, die Umsetzung war gut und auch wenn der Film einen echt mitnimmt und man danach noch lange darüber nachdenkt, hat mich das Ende doch friedlich gestimmt.

Ja, ich mochte den Film und finde, dass er eine gute Buchverfilmung ist. Aber ich kann auch verstehen, warum einige andere ihn nicht so mögen werden. Es ist schwierig, das Thema Mobbing aus Sicht des Mobbers zu betrachten, gerade wo das Thema ja sowieso schon nicht leicht zu schlucken ist. Was vielleicht auch nicht ganz so gut ist, ist der Titel. Oh, ich liebe den Titel, aber vielleicht hätten sie als Filmtitel doch etwas anderes wählen sollen. Im Kino-Foyer standen hinter mir zwei Mädels, die von dem Film mit dem komischen Titel gesprochen haben. Sie konnten sich den Titel einfach nicht merken...


4 von 5 Herzen


[BUCHVORLAGE]
"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" von Lauren Oliver (2010)

♥ Ich danke Carlsen für das Rezensionsexemplar und die Freikarte zum Kinofilm. ♥


Nine <3

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